Umwelthistorische Datenbank Österreich

 

EHDA (Environmental History Database Austria) erschließt und dokumentiert für Österreich relevante umwelthistorische Literatur, akademische Qualifizierungsarbeiten ("graue Literatur") und schriftliche Produkte von laufenden und beendeten Forschungsprojekten. Derzeit umfasst die Datenbank ca. 3600 Literaturdatensätze. Diese Texte wurden in dieser eigens entwickelten Datenbank erfasst und sind hier nach Zeitstellung, Ort und Thema frei online recherchierbar. Schwerpunkte und "weiße Flecken" auf der Landkarte umwelthistorischer Forschungen, damit Leistungen und Potentiale der Österreichischen Umweltgeschichte, werden so sichtbar. 


Was meinen wir mit "Österreichischer Umweltgeschichte"?


Umweltgeschichte in unserem Verständnis beschäftigt sich mit der Rekonstruktion von Umweltbedingungen in der Vergangenheit, der physischen Interaktion von Gesellschaft und Natur, ihrer historischen Entwicklung, und mit der Rekonstruktion von deren Wahrnehmung und Interpretation durch damals lebende Menschen.

Zugleich aber wird in EHDA der interdisziplinären Struktur, und das heisst nach unserem Verständnis der notwendigen Offenheit des Feldes, Rechnung getragen. In die Recherche wurden Beiträge verschiedener Fächer und Felder miteingeschlossen. Auch Einzelbeiträge, die sich selbst als Agrargeschichte, Technikgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, historische Geographie, Ökologie, Forstgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Historische Ökologie, Archäologie u.a., verstehen, gehören unserem Verständnis nach hinsichtlich ihres Interesses am Gegenstand, trotz Unterschieden in der konzeptuellen Bearbeitung, zum Bestand an umwelthistorischen Forschungen in Österreich.

Was wurde in der Datenbank aufgenommen? Wie wurde recherchiert und ausgewählt?

Im Wesentlichen wird Österreich in seinen heutigen Grenzen berücksichtigt. In der Datenbank finden sich aber auch Arbeiten von österreichischen ForscherInnen, die an anderen bzw. nicht territorial einordenbaren Themenschwerpunkten arbeiten (z. B. theoretische Arbeiten, Literaturüberblicke, vergleichende Studien etc.). Es konnten ausschließlich Arbeiten aufgenommen werden, die nach 1945 erschienen sind.

Zwischen Jänner und März 2005 und danach immer wieder wurden ExpertInnen aus verschiedenen Disziplinen gebeten, umwelthistorisch relevante Arbeiten aus ihrem Arbeitsgebiet zu empfehlen. Die wissenschaftlichen BearbeiterInnen des Projekts nahmen aus den zahlreichen Hinweisen den genannten Kriterien entsprechend eine Auswahl vor. Zu den 41 vom Projektteam definierten Themenfeldern wurde eine Internetrecherche im Online-Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbundes durchgeführt. Komplettiert wurde der Datenbestand der Pilotphase des Projekts mit der systematischen Durchsicht der Jahrgänge 1945-2005 ausgewählter wissenschaftlicher Zeitschriften.


Weiterführende Texte:


Das Projektteam hat auf Basis von EHDA zwei Überblicksartikel zum Stand der umwelthistorischen Forschung in Österreich geschrieben. Ortrun Veichtlbauer diskutiert umwelthistorische Beiträge zur Nachhaltigkeitsforschung und stellt Methoden zur Auswertung von EHDA vor. Der Text ist hier zu laden (pdf, ca. 250 kb).
Ein Unterkapitel aus Martin Schmids Dissertation vergleicht den Stand der umwelthistorischen Forschung in Österreich mit Trends der internationalen Fachdebatte und gibt Einblick in den Teamprozess der zu EHDA geführt hat. Dieser Text steht hier zum Download bereit (pdf, ca. 580 kb).