86. Minisymposium / 9th Rachel Carson Center Lecture, 23.5.2018


Das Anthropozän als Provokation und Herausforderung über die Umweltgeschichte

Präsentation:
Prof. Dr. Helmuth Trischler
Deutsches Museum und Rachel Carson Center

Moderation:
Univ.-Prof. Ing. Dr.phil. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte, Institut für Soziale Ökologie, WISO Department, Universität für Bodenkultur Wien

Seit der Jahrtausendwende wird die von dem Nobelpreisträger und Entdecker des Ozonlochs, Paul Crutzen, sowie dem US-amerikanischen Biologen Eugene Stoermer initiierte Anthropozän-Debatte mit wachsender Intensität geführt. Das Deutsche Museum und das Rachel Carson Center haben sich mit der erdweit ersten großen Ausstellung „Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde“ in diese Debatte eingemischt.

Die Anthropozän-These ist zunächst eine naturwissenschaftliche Hypothese, die besagt, dass die vom Menschen initiierten Veränderungen sich bereits in geologisch sichtbarer Form niederschlagen und von ausreichend langfristiger Natur sind, um sie auf der Zeitskala der Erdgeschichte zu verorten. Was in der Anthropozän-Debatte verhandelt wird, ist zugleich ein eminent historischer Gegenstand, geht es doch um Fragen der allgemeinen Periodisierung der Geschichte der Menschheit. Der Vortrag zeichnet die miteinander verschränkten Debatten um das Anthropozän als geologisches Konzept und als kulturelles Konzept nach. Er versteht die Diskussion um das „Zeitalter des Menschen“ als Chance und Herausforderung zugleich, sowohl die überkommene Dualität von Natur und Gesellschaft zu überdenken als auch die Narrative der Umweltgeschichte auf den Prüfstand zu stellen. 

Zur Person
Helmuth Trischler ist Bereichsleiter Forschung des Deutschen Museums, Professor für Neuere Geschichte und Technikgeschichte an der LMU München und Direktor des Rachel Carson Center for Environment and Society. Jüngste Veröffentlichungen u.a. Building Europe on Expertise: Innovators, Organizers, Networkers (2014, mit Martin Kohlrausch); Cycling and Recycling: Histories of Sustainable Practices (2016, mit Ruth Oldenziel); Szenerien und Illusion. Geschichte, Varianten und Potenziale von Museumsdioramen (2016, mit Alexander Gall).

Place / Ort: Universität für Bodenkultur Wien | Standort Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien
Time / Zeit: Mittwoch, 23. Mai 2018, 18:15 - 20:00 Uhr

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