85. Minisymposium, 8.3.2018

 

Nebenvorteile und Erbschaften. Zur Geschichte des Wiener Neustädter Kanals in Wien

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien.

Präsentation:
Mag. Mag.(FH) Christina Spitzbart-Glasl
DI Mag. Friedrich Hauer

Moderation:
Dr. Christoph Sonnlechner
 

Der Wiener Neustädter Kanal hat in der Umweltgeschichte der Wiener Gewässerlandschaft eine Sonderstellung: Er war Wiens einziges Fließgewässer mit einem vollständig artifiziellen Wasserhaushalt und Verlauf. Er war damit nicht nur die erste überlokale „Wasserleitung“ nach Wien, sondern mit einem Abfluss von 1,4 m³ pro Sekunde nach Donau und Wienfluss auch das drittgrößte Fließgewässer im damaligen Stadtbereich.

Jenseits seiner gut dokumentierten Geschichte als Transportinfrastruktur geht der Vortrag den vielfältigen Um- und Ableitungen des Kanalwassers nach, die bald nach seiner Inbetriebnahme 1803 einsetzten. Diese führten beispielsweise in den Keller des Beatrixbades, auf das Eis des Wiener Eislauf-Vereins, in die Prägeanlagen der Münze Österreich, in die Kessel der Lokomotiven der Aspangbahn oder den Garten Fürst Metternichs. Der Wiener Neustädter Kanal ist auch das einzige Fließgewässer, das innerhalb der heutigen Stadtgrenzen vollständig aufgelassen und zugeschüttet wurde. Die stufenweise Transformation der Kanaltrasse von 1848 bis 1930 und die materiellen und immateriellen Spuren, die der Umgang mit Wasser im urbanen Raum generierte, sind ebenfalls Thema des Vortrags.

Place / Ort: Großer Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs im Gasometer D, 4. Archivgeschoß (Wien 11, Guglgasse 14; U3-Station „Gasometer“, Zugang über Gasometer A und die Mall https://www.wien.gv.at/kultur/archiv/nutzung/besuch.html )
Time / Zeit: Donnerstag, 8. März 2018, 17:00 - 19:00